Handspiel ist Handspiel ist Handspiel

Warum ist es im Fußball eigentlich so kompliziert mit dem geahndeten – oder ungeahndeten – Handspiel, insbesondere im eigenen Strafraum?! Benedikt Höwedes bugsiert den Ball (unabsichtlich?) mit dem ausgestreckten Ellenbogen ins Tor von Manuel Neuer, wenn das Ganze umgekehrt ist, dann wird Elfmeter gepfiffen, weil er durch diese Bewegung die Körperfläche vergrößert?! Für den gemeinen Zuschauer ist das schwer zu verstehen, selbst für den, der in der Regelkunde gut aufgepasst hat.
es:
„Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball mit seiner Hand oder seinem Arm absichtlich berührt.“


Und weiter:
Der Schiedsrichter achtet bei der Beurteilung der Situation auf

  • die Bewegung der Hand zum Ball (nicht des Balls zur Hand),
  • die Entfernung zwischen Gegner und Ball (unerwartetes Zuspiel),
  • die Position der Hand (Das Berühren des Balls an sich ist noch kein Vergehen.),
  • das Berühren des Balls durch einen Gegenstand in der Hand des Spielers (Kleidung, Schienbeinschoner usw.), was ein Vergehen darstellt,
  • das Treffen des Balls durch einen geworfenen Gegenstand (Schuh, Schienbeinschoner usw.), was ein Vergehen darstellt.

Welcher Fall zutrifft, muss der Schiedsrichter in Bruchteilen von Sekunden beurteilen können und entsprechend ahnden. Zugegebenermaßen in vielen Fällen keine leichte Entscheidung. Handelt es sich um eine natürliche Arm-  bzw. Handhaltung oder vergrößert der Spieler absichtlich seine Körperfläche, will es aber weitgehend unabsichtlich aussehen lassen? Ab welcher Entfernung muss ein „unerwartetes Zuspiel“ gewertet werden, so dass der Handspieler straffrei ausgeht? Ein Meter oder zwei? Fünf? Oder können bei Freistößen eines Kalibers von Roberto Carlos auch ganz andere Maßstäbe angelegt werden?

Handspiel beim FußballDas wirft natürlich die einfache Frage auf, warum man dem Schiedsrichter nicht qua Regelwerk ein wenig zur Seite springen mag, um die ewigen Diskussionen im Keim zu ersticken. Erst gestern im Pokalspiel von Arminia Bielefeld gegen Borussia Mönchengladbach gab es zwei Fälle, die vor allem die Gemüter des Arminia-Anhangs in Wallung brachten.

den Ball an die Hand bekam. Stark pochte wohl auf „unerwartetes Zuspiel“, also aus zu kurzer Distanz, als dass die Hand hätte weggezogen werden können. Dass der Arm von Brouwers selbstverständlich ausgestreckt war und auch relativ deutlich vom Körper abgespreizt war, spielt also bei diesem Handspiel keine Rolle.

die Hand, der Pfiff erfolgte sofort. Stark wertete wohl absichtliches Handspiel. Dabei hatte Müller sich vom Schuss abgedreht, in der Drehbewegung spreizte er den Arm nach außen. Ist das natürlich, weil Rotationsbewegung und Trägheit der Masse? Oder ist das eine aktive Handbewegung in Richtung Ball, den er zwar nicht sehen, aber vielleicht ja erahnen konnte. Sprich: Vergrößerung der Körperfläche.

dass jegliches Handspiel, insbesondere im Strafraum, mit Foul geahndet wird. Einzig kann man durchgehen lassen, dass der Oberarm, wenn die Arme hinter dem Rücken verschränkt sind, dann kein Handspiel bedeuten. Der Rest bleibt Handspiel und ahnbar.So wüssten alle Spieler, worauf sie sich verlassen können, wenn der Ball an die Hand springt.

Selbstverständlich auch eine weitere spielerische Möglichkeit, Elfemeter zu provozieren. Das jedoch wäre dann endlich ein völlig legitimes Mittel, weil es einheitlich angewendet werden könnte.

Regelwerk zum Nachlesen: Fifa oder auch bei Weltfußball.de

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