Jetzt müssen die Mädels wieder runter vom Rasen

Ach ja, da war doch was. Jetzt ist sie also vorbei, die Frauen Fußballweltmeisterschaft 2011 in Deutschland. Nach einem dramatischen Finale, das erst im Elfmeterschießen entschieden wurde, sind die Japanerinnen sensationell, aber keineswegs unverdient Weltmeister(in) geworden. Die Deutsche Nationalelf hingegen schied früh aus und entfachte gleich ein paar Diskussionen im bunten Medienzirkus. Zum Beispiel in der taz, Gegendarstellung in der Bild und sogar der liebe Herr Wagner durfte wiederum in der taz seinen Senf dazu geben. Ah ja.

Ob sich der Frauenfußball durchsetzen wird? | Audrey Pilato / Flickr (CC BY 2.0)

Dann aber durfte man endlich auch diskutieren, was die Mädels uns das Umfeld falsch gemacht haben. Die Bundestrainerin reagierte auf die Kritik ja ziemlich dünnhäutig, was wiederum bedeuten kann, dass sie vielleicht doch nicht alles richtig gemacht habe. Dass sie selbst die Tore nicht schießen könne, wie sie nach dem Japanspiel verlautbaren ließ, leuchtet sogar dem unbedarften Zuschauer ein. Dass sie aber Lira Bajramaj oder die zuvor angezählte Birgit Prinz nicht mal einwechselte, stattdessen der jungen Alexandra Popp später noch an den Pranger stellte, diesen Vorwurf muss sie sich schon gefallen lassen. Dass sie beim Endspiel beim Tor – und Titel – für Japan fast schon ekstatisch jubelte (man stelle sich mal Jogi Löw beim ausgelassenen Jubel, na sagen wir Australien, vor), aber bitte. Geschenkt. Der DFB hat schon mit Neid verlängert und das auch bestätigt. Sollen sie halt so weiter wurschteln, wird schon gut gehen.

Aber was bleibt denn von dieser WM? Steht der Frauenfußball jetzt auch hierzulande wirklich kurz vor dem Durchbruch? Man darf es bezweifeln. Klar, schön, dass neben dem Titelverteidiger auch das ambitionierte Brasilien früh scheiterte. Die hatten sich schließlich mit einer Steinzeittaktik samt Libero in Zeiten manövriert, die wirklich keinen Samba-Fußball versprechen. Ansonsten bleibt nicht viel hängen. Gut organisierte Japaner, die ein fantastisches Spiel gegen Schweden hinlegten und schon im Zuge von Fukushima die Sympathien auf ihrer Seite hatten. Aber sonst? Australien mogelte sich wie Deutschland ins Viertelfinale, Nigeria knüppelte sich erfolglos durch die Gruppenphase und die französische Spielmacherin Louisa Necib ist nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz eine Augenweide.

Reicht das für einen dauerhaften Boom? Fußballerisch wohl nicht. Wer Männerfußball gewohnt ist, muss sich gehörig umstellen. Und das ist nicht mal dem männlichen Machogehabe geschuldet, sondern es fehlt einfach der Reiz, die Schnelligkeit, alles scheint wie in Zeitlupe und ist viel Stückwerk. Wirklich interessanter ist da lediglich die Vermarktungsstrategie, die auf Altbewährtes setzt. Manche spuken auf den TV-Bildschirmen in den verschiedensten Werbespots (ja, sie verdienen deutlich weniger als die Männer, aber ist das wirklich nötig?) und posieren schon mal leichtbekleidet für diverse Magazine (ja, sie verdienen deutlich weniger als die Männer, aber ist das wirklich nötig?).

Nun ja, wie man dem Frauenfußball auch immer helfen mag, einen Vorteil haben sie in jedem Falle auf ihrer Seite: Einige der WM-Spielerinnen sehen selbst in ihren verschwitzten Trikots noch ungemein hinreißend aus.

 

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