Die Tabelle steht Kopf

Oder: Was wäre, wenn die Bundesliga jetzt schon zu Ende ginge?

Dortmund ist Meister! Okay, das ist keine Überraschung und da brauchen wir auch keinen Konjunktiv mehr. Jürgen Klopps junge Elf hat die Liga mit  ihrem Tempofußball par excellance teilweise derart verzaubert, dass sie es sich mehr als verdient haben. Aber Leverkusen tatsächlich direkt dahinter? Man mag es kaum glauben, auch wenn der vielmals geschmähte zweite Platz der Werkself dieses Jahr wirklich gut tun würde. Schließlich wäre man dann am Geldtopf der Champions-League und könnte es sich weiterhin leisten, Michael Ballack auf die Bank zu setzen. Sportlich braucht ihn nämlich nicht nur die Nationalmannschaft nicht mehr, sondern auch Bayer Leverkusen. Vielleicht landet er ja auch nicht mal mehr auf der Bank?!

Verkehrte Welt in der Tabelle | ©kicker

Gut, Bayern muss sich später als Dritter noch für die Champions-League qualifizieren, aber da das Finale 2012 in München stattfinden wird, kann man davon ausgehen, dass sie kommende Saison ebenfalls in der Königsklasse vertreten sein wollen – und werden. Weitaus interessanter sind da schon die Plätze vier und fünf, die bekanntlich zum UEFA-Cup berechtigen. Da stehen, Stand 21.2.2011, Hannover 96 und der FSV Mainz. Zwei Überraschungsteams, die vor allem als Kollektiv wunderbar funktionieren. Hannover mit Coach Mirko Slomka etwas spröder wirkend, aber die Rasselbande von Thomas Tuchel bot herzerfischenden, taktisch cleveren Hinrundenfußball. Und danach? Kommen erst einmal ein paar Mannschaften im Niemandsland der Tabelle, die eigentlich nicht der Rede wert sind. Nürnberg im vorderen Mittelfeld, der HSV genau da, wo er hingehört, ebenso wie Schalke, St. Pauli hält die Ligazugehörigkeit und Werder Bremen wie Wolfsburg vermeiden den Abstieg.

Unten gibt es dann zumindest eine Überraschung. Der VfB Stuttgart steigt ab. Schlimm ist das freilich nicht. Wer in keiner Weise auf Kontinuität setzt und mal eben drei Trainer verschleißt, der verdient es auch nicht, in der Liga zu bleiben. Hier sieht man dann doch recht schön, wie ein zusammengewürfelter Haufen sich extrem schwer tut, eine funktionierende Mannschaft auf dem Rasen zu bilden. Runter geht es auch für Gladbach. Traditionalisten mag das schmerzen, aber seien wir ehrlich: Mit einer solchen Leistung haben sie im Oberhaus nichts zu suchen. Spieler werden wie Marionetten mal aus dem Mannschaftsgefüge genommen (Bailly, Arango) und dann vom nächsten Trainer wieder begnadigt. Die Verunsicherung ist so groß, dass sie sich in der zweiten Liga wieder konsolidieren müssen. Kaiserslautern hingegen wird das Relegationsspiel gegen den Zweitligavertreter sich gewinnen und bleiben erstklassig.

Tatsächlich aber wird sich die Tabelle nach dem 34. Spieltag oben und unten doch noch ein wenig anders darstellen. Hinter den Schale-Hochhebern Dortmund wird sich der FC Bayern noch vor Leverkusen zwängen. Der Kampf um die Plätze vier und fünf entscheiden Hannover (Überraschung!) und der HSV (Überraschung!) für sich. Mainz rutscht sogar noch hinter Freiburg und Nürnberg ins Mittelfeld ab. Und ganz unten? Gladbach und Lautern steigen ab und der 1.FC Köln muss in die Relegation. Erste Wetten werden angenommen.

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