Der Gedanken-Millionär

Warum spielt man eigentlich Lotto? Die Chancen stehen so schlecht da etwas zu gewinnen und der einzige, der sich die Hände reibt, ist Vater Staat. Dennoch gehen Woche für Woche zig Lottoscheine über die Kiosktheken. Letzten Samstag wurden 50 Millionen Euro eingesetzt, um den Jackpot zu knacken. Dieses Wochenende (Kalenderwoche 7) liegen 11 Millionen für denjenigen bereit, der sechs Richtige samt Superzahl auf seinem Spielschein hat. Das ist zweifelsohne eine Menge Holz. Leider stehen die Chancen mit 140 Millionen zu eins nicht direkt gut. Aber geht’s beim Lottospielen wirklich ums Gewinnen?

Im Lottofieber

Klar, „nur wer mitspielt, kann gewinnen“, heißt der Slogan der staatlichen Lotterien und mit den eingesetzten Millionen wird auch ein Teil des Etats bestritten. 2009 waren das immerhin 2,3 Milliarden Euro. Durchaus eine Summe mit der man etwas Vernünftiges anstellen könnte. Dem gemeinen Lottospieler geht es aber gar nicht um den großen Gewinn. Viel schöner ist es doch, zwischen dem Abgeben des Lottoscheins und dem bewussten Nachgucken der gezogenen Gewinnzahlen seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Was tun mit so viel Kohle? Erzähle ich es jemanden? Tue ich Gutes oder verprasse ich es sinnlos? Kauf ich ein Haus, Auto, Katze, Hund oder verschenke ich einen Teil an Verwandte und Bekannte? Setze ich mich ab auf eine Insel – oder kaufe mir gar eine?

Eigentlich müsste man dem Staat ja wirklich danken für diese Art der endorphingesteuerten Inspiration. Er bekommt von uns ein bisschen Geld, damit wir mit unseren Luftschlössern davonfliegen. Ist das nicht wunderbar?! Was aber, wenn man tatsächlich gewonnen hat? Leben wir dann gefährlich, weil wir aus den Medien längst erfahren haben, wie viele Lottomillionäre es angeblich sind, die sich sprichwörtlich verzockt haben, jeden Cent verschleudert und verschenkt haben und jetzt von Hartz IV leben?! Wenn dem so ist, dann möchte ich gar nicht gewinnen. Dann reicht mir der bloße Gedanke daran. Wohl ein Grund warum ich nur sporadisch spiele. Aber, na klar, gewinnen würde ich dann doch ganz gerne. Auch mit „nur“ elf Millionen ließe sich eine Menge anstellen. Und wenn ich sie nur auf ein Tagesgeldkonto mit läppischen 1,5 Prozent packe. Das wären dann 165.000 Euro „Jahresverdienst“ ohne dass die elf Millionen merklich bröckeln. Wird einem bei solchen Gedanken nicht warm ums Herz?

Ein Kommentar

  1. Mikael 19. Februar 2011

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