The Winner takes it all

Geschenke, Geschenke, Geschenke und gewinnen, gewinnen, gewinnen. So – oder so ähnlich – machen uns die Medien gerade heiß. Man soll mitspielen, möglichst alles auf Facebook „liken“, „weiterposten“, „twittern“ oder per Mail an den allerbesten Freund weiterleiten. Wer mag schon nicht gerne Geschenke bekommen und wer mag schon nichts gewinnen?! Eben, niemand. Also lassen wir uns gerne mal vor die virale Marketingmaschine einspannen, geben brav unsere virtuellen und realen Adressen her, um vielleicht doch zu den Glücklichen zu gehören, die endlich mal was gewinnen. Pünktlich zu Weihnachten passt es da ja ganz gut, dass die Gewinnspiel-Adventskalender wie die Pilze aus der Erde schießen. Mal mit mehr und oft auch mit weniger interessanten Gewinnen. Aber schon allein das Wort „Gewinnen“ löst bei vielen ja einen geradezu pawlowschen Reflex hervor. Immerhin kann man ja die guten Gewinne behalten und die schlechten weiter verschenken. So richtig raus aus der Krise sind wir ja schließlich noch immer nicht.

Sehen so Sieger aus?!

Ich sag’s ungern, aber auch ich hab mich jetzt auch verleiten lassen. Hab ich doch neulich jemanden kennengelernt, der bei einer Fernsehshow 20.000 Euro gewonnen hat. Einfach so, für gerade mal 20 Minuten. Das ist ein doch ganz guter Stundenlohn, wie ich finde. Das möchte ich auch. Aber will ich ins TV? Eher nicht. Trotzdem hab ich jetzt auch gewonnen. Weil ich auch endlich mal mitgespielt habe. Ein Freiflug innerhalb Europas von der lieben Lufthansa. Die machen ja gerade ein Gewinnspiel, wo man virtuell „Ich packe meinen Koffer“ spielen muss. „I Love Europe“ heißt der Spaß und nachdem ich mich durchgeklickt hatte, tat es ein paar Tage später DingDong und schon flattert mir die Gewinnbenachrichtigung ins Postfach. Dabei gewinne ich doch nie etwas.

Glückssträhnen sollte man bekanntlich nie abreißen lassen, so reagierte ich auch noch auf eine Mail, die ich, wäre nicht Weihnachten und der ganze „Geschenke-Gewinne-Mechanismus“ in meinem Kopf angesprungen, gleich als Spam gelöscht hätte. „Rette Dein Weihnachtsfest“ steht schon im Titel drin und mir liegt seit geraumer Zeit nichts näher, als den alljährlichen Weihnachts-Terz in ein gemütliches Besäufnis umzumünzen (bis dato weitgehend ergebnislos). Doch es war viel profaner. Ein Weihnachtskalender mit, na klar, Gewinnmöglichkeiten. Entweder via Facebook etwas posten oder einen Kommentar hinterlassen. Weil ich aber bei Zuckerberg & Co. ungern in andere Gruppen eintrete, kam für mich nur letztere Möglichkeit in Betracht. Kurzum: ich kann jetzt ein Fotobuch gestalten. Das finde ich toll. Es steht zwar nicht genau drin, wie lange ich dafür Zeit habe, aber schon allein, dass man gewonnen hat, fühlt sich doch schon riesig an. Mein Advent ist in jedem Falle gerettet. Jetzt bräuchte ich vielleicht nur noch einen tiefen Schluck Glühwein und den Lottoschein für Samstag…

Und hier noch meine Gewinn- Links für die virale Marketingmaschinerie (wenn schon, denn schon):

I Love Europe
German Blogs Adventskalender

2 Kommentare

  1. Peter Mohn 10. Dezember 2010
  2. Jörg der Sprüche-Klopfer 9. Dezember 2010

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