Ein Fels im Club-Tor

Raphael Schäfer im Torhüter-Sympathie-Check

Ganz klar gehört der Torhüter des 1. FC Nürnbergs, ich nehme es vorweg, zu meinen persönlichen Favoriten zwischen den Bundesligapfosten. Er strahlt eine ungeheure Ruhe aus, ist kein Lautsprecher, gibt besonnene Interviews (außer, er zieht sich eine Fleischwunde ausgerechnet beim Spiel gegen den Ex-Club VfB Stuttgart zu) und, das wohl Wichtigste, spielt als moderner Torwart eine hervorragende Saison. Wieder einmal.

Raphael Schäfer - Guter Mann im Club-Tor ©fcn.de

Das war, bis auf eine Ausnahme, eigentlich immer so. Als der heute  31-Jährige nach dem Pokaltriumph 2007 sich nach Stuttgart verabschiedete, gingen manche davon aus, dass mit Einsatzzeiten in der Champions League und den damit gestiegenen, auch der Weg in die Nationalelf nur konsequent sein würde. Aber es kam bekanntlich etwas anders und die Zeit im Schwabenland dürfte die wohl schwärzeste seiner bisherigen Karriere gewesen sein.

Nach ein paar schwächeren Leistungen und dem Pech, auch ein paar Verletzungen mit sich rumzuschleppen, wurde er von Trainer Armin Veh und Manager Horst Heldt freigestellt. Offiziell hieß es, dass man ihn vor den eigenen Fans schützen müsse. Das Ende von diesem unsäglichen Lied: er kehrte nach Nürnberg in die gewohnte Umgebung zurück, um dort der Abwehr wieder Stabilität zu verbleiben. Allerdings in Liga 2. Doch bekanntlich dauerte diese Zweitklassigkeit gerade einmal eine Saison an und Schäfer hatte maßgeblichen Anteil an der hervorragenden Abwehrleistung der Clubberer. Das wurde zurecht mit dem Aufstieg über die Relegation (damals gegen Cottbus) in Liga eins belohnt.

Auch in dieser Saison ist Schäfer einer der stabilsten Torhüter. Er hat nur leider das Pech, dass er nicht bei einem Verein unter Vertrag steht, der kein internationale Ansprüche anmeldet oder gar schon geltend gemacht hätte. Also fällt der Blick immer wieder in die unteren Tabellenregionen, wenn es um ihn geht. Und dort sucht man eigentlich nie nach Torhütern für höhere Weihen. Wobei man natürlich konzedieren muss, dass ein Neuer – für mich der beste deutsche Torhüter – ein Tick besser (und jünger) ist. Mit Adler oder Wiese kann man ihn aber schon in einen Topf werfen.

Fazit
Aber egal, wie sehr man ihn nach oben reden möchte (man bedenke nur seine jüngste famose Leistung, als er die Berliner Stürmer quasi im Alleingang zur Verzweiflung brachte): Er ist ein sympathischer, leiser und bodenständiger Arbeiter, der perfekt zum Club aus Nürnberg passt. Und das ist genau der Grund, warum er auf der Beliebtheitsskala der eigenen Fans unangefochten an der Spitze steht. Auch bei mir bekommt er dafür satte 8,5 Punkte im Torhüter-Sympathie-Check und rangiert derzeit im Vergleich auf dem ersten Platz. Da steht zwar nicht der Club selbst, aber ich denke, sie werden sich in der Erstklassigkeit halten können. Sonst, da lege ich mich fest, wäre Raphael Schäfer wieder weg.

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