Laptopkauf 2.0: Zum Verrücktwerden?!

Eigentlich eine leichte Aufgabe, dann aber doch komplizierter als man denkt: ich durfte meinem alten Herren einen Laptop kaufen. Das war jetzt auch höchste Zeit. Schließlich hat er einen Rechner zu Hause rumstehen, der aus Zeiten stammt, als ein Pentium II (!) noch als einkerniges Geschwindigkeitsmonster herhalten musste. »Klar, Papa, mach ich. Keine Frage. In zwei Tagen hast einen neuen mobilen Rechner, der auch locker als Desktop-Ersatz eingesetzt werden kann.« Soweit die Theorie. Die kongruiert bekanntlich nicht immer ganz mit der Realität und deshalb dauerte es doch länger als mir irgendwie lieb war.

Bei so vielen Prozentpunkten sollte man zuschlagen | © notebooksbilliger.de

Was war passiert? Ich hab mich seit 2003 eigentlich nicht mehr mit dem Kauf von Windows-Kisten beschäftigt, schon gar nicht mit Laptops. Doch da hat sich schon verdammt viel geändert. Erschwerend kommt hinzu, dass ich das Budget von 500 Euro nicht überschreiten sollte. Erste Überlegungen, meinem Vater einen 17-Zoller angedeihen zu lassen – schließlich soll es ein Ersatz für den Desktop sein – , scheiterten bereits an diesem Punkt.

»Du weißt ja, ich brauch nicht viel. Ein bisschen Internet, Office und vielleicht Videoschnitt, das reicht.« Im Klartext heißt das: Ein Einsteigermodell, dass auch Multimedia gut kann und in etwa folgendes beinhaltet:

  • 15“ Display
  • 320 GB Festplatte
  • 4GB RAM
  • Ati./Nvidia-Grafikkarte mit eigener Speicheradressierung
  • Windows 7 als Betriebssystem (sehr wichtig!)
  • 24 Monate Garantie

Dann begibt man sich also auf die Suche. Bei den Herstellern selber (Dell, HP, Samsung, IBM) oder bei den vielen Seiten, die gern auch bei den Preisvergleichen oben stehen (Notebooksbilliger, Cyberport, Amazon). Letztere haben so wunderbare Eingabemasken, wo man ganz individuell die Ansprüche formulieren kann und dann kommt auch was halbwegs Anständiges dabei raus. Schnell war aber klar, dass es kein MSI, Acer oder Asus werden sollte, auch wenn die in diesem Preissegment ebenso vergleichbar wären. Irgendwas passte immer nicht. Mal war die Grafikkarte zu schlecht, dann war es eine stromfressende CPU, dann wieder zu wenig Garantie, mal kein Betriebssystem (oder das falsche) oder man musste für die größere Festplatte wieder einen Aufpreis bezahlen und so weiter und so fort.

Um mein Gewissen zu beruhigen ging ich tatsächlich sogar in den „Mario-Markt“, um mir ein paar der Geräte direkt anzuschauen. Leider gleicht der Laden eher eine Apotheke und jeder kennt sich ein bisschen, niemand aber so richtig aus. Nach fünf Minuten war der Spuk vorbei, ich wieder an der frischen Luft, die man nach so einem Besuch auch wirklich brauchen kann. Gelohnt hat sich dieser Ausflug jedoch nicht. Also wieder Online-Recherche. Wieder die selben Seiten, wieder die gleichen Produktvergleiche, wieder die gleichen Probleme. In einer solchen Situation kann man es dann entweder sein lassen (keine Option, denn der Laptop muss her) oder einfach einen kaufen (und dabei Kompromisse eingehen). Also fast wieder von vorn, nur etwas lockerer.

Da als Betriebssystem das neue Windows 7 eingesetzt werden sollte – man hört da ja fast nur Gutes – kam ich endlich auch auf den Trichter, dass es da schier unzählige Versionen gibt: Starter, Ultimate, Professional, Home; zusätzlich noch mit 32 bzw. 64 Bit. Oha. Da sollte man doch vielleicht die Unterschiede genauer kennen, wenn man mitreden will. Nach einem längeren Artikel in einer Fachzeitschrift (!) war für mich klar, dass es auch eine 32er Version tun würde. Dann würden aber nicht die vollen 4GB Arbeitsspeicher angesprochen werden können. Die sind aber bei vielen Angeboten ohnehin dabei. Interessant ist allerdings, dass fast keines der Online-Angebote auch die 64-Bit-Version von Windows 7 anbietet (oder ich hab es nicht gefunden). Für eine gewisse Überbrückungszeit gibt’s dann noch spezielle Upgrade-Angebote, wie man zumindest an Win 7 kommen kann, aber da hätte man erneut eine Bearbeitungsgebühr entrichten müssen. Einzig bei Dell und HP direkt bieten sie fast durchgehend die 64er-Versionen an, aber vor allem bei Dell bezahlt man den Support ziemlich teuer (das haben sie sich wohl von Apple abgeschaut…).

Also sich dann endlich ein Gerät herauskristallisierte (von der Samsung R522- über die E271-Reihe blieb dann nur noch die HP CQ61er übrig), passte da die CPU nicht. Weil mobiles Geräte, wollte ich doch einen Intel haben. Als ich dann bereits einen Klick vor der Bestellung war, kam „Mario-Markt“ mit einem Angebot für einen HP-Laptop heraus: Intel-CPU (wenn auch kein Core 2 Duo), Windows 7 64-Bit, 24 Monate Garantie. Außerdem ist der MM nicht weit weg und ich kann das Ding einfach abholen. Einziger Wermutstropfen: keine eigenständige Grafikkarte. Doch immerhin ein Einschätzungsbericht zu eben jenem Laptop sagte in einem Nebensatz:

für gelegentliche Bildbearbeitung und Videoschnitt ausreichend

Das Ende vom Lied / Leid: der Rechner funktioniert, ist eingerichtet, Windows 7 fühlt sich besser an, als ich angenommen hatte und, auch wenn ich es noch nicht ausprobiert habe, die Onboard-Grafikkarte wird auch bei den Videoschnitt-Gehversuchen meines Vaters nicht ausgereizt werden können.

Ein zweites Problem habe ich ebenfalls zu meiner Zufriedenheit gelöst (und ärgere mich, dass ich noch nicht früher drauf gekommen bin): Screensharing / Fernwartung von meinem Mac zum PC meines Vaters. Das Procedere möchte ich Euch hier ersparen, nicht aber diesen englischen Kerl, der das in seinen Videos so nett erklärt

2 Kommentare

  1. Andres 17. Januar 2010
  2. Tom 17. Januar 2010

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