E-Plus oder doch eher E-Minus?

Zugegeben, ich bin ja erst seit dem Jahre 2004 ein Mobiltelefonbesitzer. Zuvor hatte ich es wunderbar vermeiden können, mir dieses kommunikationshemmende Gerät anzuschaffen, doch irgendwann konnte ich nicht mehr widerstehen. Es kam also ins Haus. Ein kleines „finnisches“ Gerät und e+. Damit konnte ich telefonieren, angerufen werden und tolle Kurznachrichten schicken. Den anderen Schnick-Schnack benutzte ich so gut wie nie. Nachdem jetzt aber fünf Jahre ins Land gezogen sind, zeigt mein mir ans Herz gewachsenes Handy allerdings doch erste Auflösungserscheinungen. In fünf Jahren verändert sich so ein kleines technisches Gerät auch nicht unerheblich. Mittlerweile hat ja kaum ein Telefon mehr vordergründig Tasten, sondern man rutscht mit den Fingern auf dem Display rum.

Das gute alte 6230i

Nach sechs Jahren hat sich mein Telefonverhalten nicht sonderlich geändert, was ich dem Gerät zuschreibe. Vor allem mein Mobilfunkanbieter e+ hat da kräftig (mehr oder weniger) an mir verdient. Insbesondere weil ich – dumm wie ich nun einmal bin – den Vertrag nicht „ruhen“ ließ, als ich insgesamt 15 Monate ständig und 4 Monate immer mal wieder im Ausland unterwegs war. Also habe ich zwar weder „gesmst“ noch telefoniert, aber natürlich hat der Anbieter monatlich mein Geld bekommen.Schon 2007 wollte ich ein bisschen mehr. Da gibt es „Treueaktionen“, wo man bei Vertragsverlängerung Geld oder anderes unnützes Zeug bekommt. Ein neues Telefon durfte ich mir allerdings nie aussuchen. Auf Nachfrage bei der Hotline erklärte man mir, dass inzwischen die Handys nicht mehr subventioniert werden würde. Also: Pech gehabt. Anderer Tarif? Das geht schon, aber auch wenn ich schon vier Jahre bei e+ war, sollte ich für einen neuen Tarif noch einmal 24,95 Euro hinlegen.

„Der Wechsel in den aktuellen Tarif  „Time & More Web 150 All In“ ist möglich, wenn Sie Ihren Mobilfunkvertrag um 24 Monate verlängern. Das kostet einmalig € 24,95. Da in den neuen Tarifen die günstige Telefonie im Vordergrund steht, bieten wir keine Treueangebote im Rahmen des Wechsels an. Möchten Sie sich zum neuen Tarif ein Handy zulegen, dann zahlen Sie 24 Monate einen Gerätezuschlag von € 5,00 zu dem Grundpreis zusätzlich neben der Einmalzahlung für das Handy.“

Ein Geschäftsgebaren, das ich bis heute nicht verstehen will. Selbst, als ich die lieben Damen und Herren darauf aufmerksam gemacht habe, dass ich weder die knapp 25 Euro zu zahlen bereit wäre, noch die 5 Euro extra für ein neues Handy ausgeben wollte, sondern eine Kündigung in Erwägung zog, reagierte man quasi gar nicht.

Ein letzter Versuch, auf einen Prepaid-Tarif umzusteigen, bis ich mich durchringen kann, eines dieser schicken Smartphones zu kaufen und damit auch einen teureren Datentarif zu erstehen, scheiterte ebenfalls an den genannten Hürden.

„Eine Portierung Ihrer Rufnummer auf eine Free & Easy Card ist leider nicht möglich.
Bei einem Markenwechsel zu XY berechnen wir eine Gebühr von EUR 24,95.
Sie haben übrigens die Möglichkeit, Ihr neues Endgerät unabhängig von Ihrem Laufzeitvertrag zu mieten. Dazu können Sie sich an einen E-Plus Shop wenden oder sich über die Rufnummer  0331-70 08 05 53 (Mo. – Fr. 9 – 17 Uhr) beraten lassen.“

Nein, wollte, will ich nicht. Eigentlich bin ich nicht unzufrieden, aber mit „altgedienten Kunden“, auch wenn sie nicht so viel einbringen, wie Geschäftskunden, finde ich unsäglich. Zumal ich mich ja ausdrücklich bereit erklärt hatte, in einen höheren Tarif wechseln zu wollen. Als dann die Kündigung durch ging, klingelte tatsächlich das Telefon und ich wurde nach Gründen gefragt, die ich auch brav darlegte (ich hatte gerade Zeit). Aber eine richtige Offerte machte man mir nicht. Wahrscheinlich erhoffen sie sich mehr, wenn ich meine Rufnummer zu einem anderen Anbieter mitnehme. Immerhin kam am folgenden Tag nach dem Anruf auch noch ein Schreiben mit folgendem Hinweis:

„Um es ganz offen zu sagen: Einen guten Kunden wie Sie möchten wir gern behalten. Da langfristige Beziehungen für uns etwas ganz Besonderes sind, belohnen wir Ihre Treue mit einem exklusiven Angebot. Wir werden Sie dazu anrufen – lassen Sie sich überraschen!“

Eins weiß ich aber inzwischen sicherlich: Belohnen will mich beim Mobilfunk nun wirklich niemand und überrascht bin ich auch nicht mehr. Und inzwischen weiß ich sogar, wie man mit „guten Kunden“ umgeht, mit denen man schon eine „langfristige Beziehung“ unterhält.

Ein Kommentar

  1. Tom 23. September 2009

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