Tim Wiese im Torhüter-Sympathie-Check

Ach, der Timmi Wiese. Ich konnte ihn wirklich gut leiden, als er als junger Torwart im Kasten vom 1. FCK erstmals so richtig ins Rampenlicht rückte. Draufgänger, gute Reaktionen und nahm kein Blatt vorm Mund. Für mich war er damals schon ein Mann fürs Nationaltor. Aber da ich augenscheinlich damals nicht als einziger diese exklusive Meinung vertrat, stieg ihm das scheinbar derart zu Kopf, dass er sein Image immer weiter in Richtung Arroganz schob. Dabei konnte er zunächst die Leistung noch ganz gut halten, hielt ein paar Unhaltbare, aber wirkte auch ein bisschen halodrimäßig und überzogen im Tor. Da kackte er mal Miroslav Klose an und tat ihm schließlich trotzdem den Wechsel zu Werder Bremen gleich (damals kackte Miro Klose auch zurück). Ich glaube, er wurde in Bremen am Anfang auch nicht wirklich mit offenen Armen empfangen und recht skeptisch beäugt.

Gegelter Tim Wiese

Das hat sich allerdings mittlerweile gelegt. Allerdings geistert er wie sein berühmter Vorgänger Oliver Reck zwischen Welt- und der berühmten Kreisklasse. Mit dem Unterschied, dass Wiese die Showbühne braucht. Dagegen wäre außerhalb des Fußballplatzes auch wenig einzuwenden gewesen, auf die Spitze trieb er es allerdings im Spiel gegen Juventus, als er einen Roller zu viel machte und ihm der sichere Ball wieder aus den großen Pranken rutschte. Der Rest ist hinlänglich bekannt und ein bisschen Spott gab’s obendrein. Das aber schien in ihm eine Kehrtwende eingeläutet zu haben. Er hat ordentlich abgespeckt, wirkt um einiges geschmeidiger, routinierter, spielt seither auf solidem bis hohem Niveau und nach der Ausbootung von Timo Hildebrandt, hat er es sogar wieder in die Nationalelf geschafft.

Fazit:
Ich denke, dass Tim Wieses Weg weiter nach oben gehen wird. Für die absolute Weltspitze fehlt ihm noch einiges und wahrscheinlich wird er sie nie erreichen. Einer der besten deutschen Torsteher ist er aber allemal. Auf der Sympathieskala rangiert er bei mir inzwischen an 7, was auch seinem Verein Werder Bremen geschuldet ist. Die arbeiten dort gut und konsequent, lassen sich zwar immer mal die besten Spieler abluchsen, stürzen aber trotzdem nicht ab. Es wäre schön, wenn Spieler wirklich mal auf Geld verzichten würden und beim Verein blieben. Dann könnten die wirklich mal was aufbauen und sich mit den Bayern über einen längeren Zeitraum auf Augenhöhe messen. Wunschprognose: Werder schaffe es trotz starker Konkurrenz unter die ersten fünf.

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