Ich will aber nicht mehr…

… für vermeintlich angeschlagene Automobilkonzerne zahlen!

Mal wieder Abwackprämie. Allmählich glaube ich, der Regierung fällt vor den Wahlen gar nichts mehr Neues ein, um an die ach so wichtigen Stimmen zu kommen. Ihr jüngster Vorschlag: die „Umweltprämie“ aufzustocken, weil das alles so gut funktioniert hat. Vor allem die Damen und Herren Verkäufer von sehr beliebten Automarken wie BMW, Audi, Mercedes oder Porsche dürften ein Lied davon singen können, wie sehr sie unter dem reißenden Absatz ihrer hochpreisigen Spritschlucker leiden. Einzig die VW-Aktie klettert wieder ein wenig nach oben, der Polo ist fast ausverkauft und brav wurden auch noch satte Boni an die Mitarbeiter ausgeschüttet.

Wo bitte geht's zur Abwrackprämie?

Aja. Und diesen Konzern soll ich jetzt unterstützen, damit auch der kleine Golf vielleicht gänzlich ausverkauft sein wird? Opel will doch auch noch im Auftrag von Matthäus-Double von und zu Guttenberg gerettet werden. Im Falle des Falles zahlt der Steuerzahler also nicht nur für deutsche Unternehmen, sondern auch noch für Töchter der USA. Klingt unheimlich sinnvoll.Dass der Begriff „Umweltprämie“ irrefürend ist, das hatten wir ja schon mal (>hier< oder auch >hier<). Aber dass ein umweltfeindliches Gesetz jetzt auch noch verlängert werden soll, dürfte auch die allerletzen Radler die Tränen in die Augen treiben. Der Verkehrsclub Deutschland bezeichnete die Verlängerung der Prämie als Katastrophe. „Wir erzeugen eine künstliche Blase, die irgendwann platzen muss“, wird ihr verkehrspolitischer Sprecher Gerd Lottsiepen in der taz zitiert. Je später sie abgesetzt werden wird, desto schlimmer wir dieser Absturz sein, so Lottsiepen weiter. Zwangsläufig muss sich jeder brave Radfahrer oder Benutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln wirklich verarscht vorkommen. Die müssen brav immer teurer werdenden Tickets kaufen und sollen dann bitteschön aber auch noch die Automobilindustrie ein wenig unter die Arme greifen. „Ja ne, is klar“, würde der Rheinländer wohl sagen und sich an die Stirn fassen.

Aber so ist das mit der Regierung Merkel. Großbränden begegnet man mit einem kleinen Feuerlöscher, sprüht mal hier und mal dorthin. Dadurch wird zwar nichts gelöscht, sondern nur ein paar Milliarden Steuergelder ins Nirwana geschickt, aber ein bisschen Aktionismus hat noch nie geschadet. Ich frage mich, was man mit mehr als 500 Milliarden denn noch so hätte alles anstellen können, als „fürs System wichtige“ Banken und Konzernen in irgendeiner Form zu protegieren…

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