Zu gierig?

Ehe sie von den Ketten gelassen werden, gibt’s noch ein wenig GeldNein, nein, nein und nochmal nein, „zu gierig“ gibt’s doch gar nicht. Warum sollten wir denn alle gemütlich nebeneinanderher leben, friedlich und dem Nachbar gönnen, dass er gerade 17,5 Millionen im Lotto gewonnen hat?! Eben, geht nicht. Denn es liegt nicht in unserem Wesen, dass wir uns mit dem begnügen, was wir immer schon besaßen, sondern wir wollen eben weit mehr als nur unseren Besitzstand wahren. Immer mehr, weiter, lauter eben, wie überall in der Welt…

Deshalb handeln die angeschlagenen Banken durchaus konform, wenn sie jetzt noch ein paar Mark, pardon, Milliarden Euro, an die z.T. schon gechassten Manager ausschütten. Aber schon steht er da, der mediale Zeigefinger und erinnert uns und die, die das Geld erhalten sollen, an die liebe Moral. Doch die ist uns schon längst abhanden gekommen. Was mich an der Sache allerdings wirklich stört, ist vielweniger, dass die Manager das gebotene Geld (die meisten Boni sind auch noch vertraglich fixiert) annehmen, sondern dass sie sich verdammt lange aufführten, als wären sie im Casino, entscheidend mit verantwortlich sind für den Crash (auch wenn sie sich nicht verantwortlich fühlen; sie wollten doch nur spielen…) und sich jetzt mit Steuergeldern noch ihren Managerhintern polieren lassen. DAS ist skandalös.

Wie kann ein Staat, der allein der Hypo Realestate über 100 Milliarden in verschiedener Form angedeihen lässt, es rechtfertigen, dass ein nicht unerheblicher Teil dieser Gelder sofort in fremde Taschen fließen. Da wäre jeder Cent schon zu viel. Immerhin sollen rund sieben Prozent (7%!) der Banken in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf die Boni-Ausschüttung verzichten. Sehr ehrenwert. Bei den Eidgenossen schießt allerdings die UBS-Bank den Vogel ab. Trotz 13 Milliarden Euro Verlust (der größte in der Firmengeschichte) schütten sie noch 1,45 Milliarden an Sonderzahlungen an die höchsten Mitarbeiter aus. Chapeau! Aber die Royal Bank of Scotland ist auch nicht viel besser. Sie zahlt immerhin noch 1 Milliarde Pfund aus. Und das, wo sie doch gerade erst vom Staat mit 20 Milliarden Pfund vor dem Bankrott gerettet wurde und eben jener Staat jetzt 68 Prozent an der Bank beteiligt ist.

In Deutschland gibt es mit den Bankenrettungsplänen inzwischen Gehaltsobergrenzen für Banker und Boni dürfen dann nur gezahlt werden, wenn diese „angemessen“ erscheinen. Da braucht man kein Prophet sein, um sagen zu können, dass es zu 90 Prozent wohl immer „angemessen“ sein wird. Wehe dem, der da was schlechtes denkt…
Ach ja, in den USA wird im Übrigen noch ein wenig mehr draufgelegt. Insgesamt 14 Milliarden Euro werden noch ausgeschüttet. Gut, dass auch dort das Krisen-Rettungspaket von Obama mit 800 Milliarden US-Dollar verabschiedet wurde. Irgendwo muss die Kohle ja hin.

Ein Kommentar

  1. Peter 16. Februar 2009

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