Kleine Sünden werden bestraft: der Fall Jens L.

Ach, was sind das doch für harte Zeiten für einen alternden Torwart. Noch schlimmer, wenn man Jens Lehmann heißt, ständig unter Strom steht und immer wieder über das Ziel hinausschießt. Jüngstes Beispiel: der Schuhwurf beim jüngsten Bundesligaspiel gegen die TSG Hoffenheim. „Alles richtig gemacht“, meint dazu sein Trainer Markus Babbel. Schließlich hat Salihovic in der Schlussminute noch einen Elfmeter vergeben, weil er – ganz klar – Angst vor Lehmann hatte.

Allerdings scheint unterdessen niemand zu bemerken, dass das, was Lehmann Woche für Woche rund um seinen Kasten fabriziert, oft in hohem Maße unsportlich ist.Erst riss er seinem Gegenspieler Boulahrouz im UEFA-Cup Hinspiel gegen St. Petersburg sein Stirnband vom Kopf und pfefferte es unter einer Salve von weniger liebsamen Worten hinter das Tor. Dann der Schuhwurf während des Hoffenheim-Spiels, der immerhin auch die Fernsehkommentatoren dazu bewegte, das nicht gut zu finden. Lehmann selbst kritisiert dafür Ralf Rangnick – ein bisschen Ablenkung vom eigenen Tun kann nie schaden, Selbstreflektion wäre aber hier wohl angemessener. Die aber wird Jens L. wohl in diesem Leben nicht mehr lernen. Er ist ein guter Torwart, hat früher manchmal lustige bis gute Sachen (für einen Fußballer) gesagt, fällt jetzt aber nur noch durch Hubschrauberflüge von Starnberg nach Stuttgart und eben jenen Unsportlichkeiten auf.

Irgendwie scheint ihm das hohe Torwartalter nicht zu bekommen. Stattdessen versucht er verbissen und mit (falschem) Ehrgeiz seine Ziele zu verfolgen. Und das mit fast jedem Mittel, das zumindest ihm als recht erscheint. Auch beim UEFA-Cup Rückspiel kann er’s wieder einmal nicht lassen und provoziert mit Nicklichkeiten im Strafraum. Ganz zufällig steigt er einem russischen Angreifer mit seinen 16er Alustollen auf den Fuß. Er fühlte sich behindert. Und jeder, der einmal selbst Fußball gespielt hat, weiß, wie weh das tut, wenn man die Alustollen auf den Fußspitzen spürt. Dieses unsägliche „Auf-die-Füße-steigen“ ist jedoch ein Relikt aus wirklich alten Tagen. So bis in die späten 1990er dürfte das praktiziert worden sein. Alsoganz untypisch für einen so modernen Torwart wie Jens L., der doch immer nur mitspielen will.

Immerhin wurde das jetzt bestraft. Er, der Unfehlbare, sah beim zweiten Tor der Petersburger nicht gut aus. Da wollte er herauslaufen, zögerte aber dann doch noch, so dass Danny den Blick für den Nebenmann hatte. Schon allein wegen solchen Szenen sollte er noch ein Jahr dranhängen, oder?

Ein Kommentar

  1. Michael 15. Dezember 2009

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