Die Generation „Y“

Gerade war sie gefragt wie nie, die kubanische Bloggerin Yoani Sánchez, die angeblich mittlerweile zu den einflussreichsten Personen Lateinamerikas zu zählen ist. Sie betreibt den Blog „Generación Y“, der wie kein anderer das Leben der karibischen Insel beschreibt, kommentiert und anprangert. Dafür hat sie bereits weltweit einiges Aufsehen erregt, gerade weil es lange Zeit nicht einmal möglich war, einen Computer oder ein Mobiltelefon zu besitzen. Der Blog ist angeblich Leuten gewidmet, die in den 70er und 80er Jahren geboren wurden und deren Name ein Ypsilon enthält. Nichtsdestotrotz spielt der Name auf das englische „Warum“ an.

Warum schaffen wir es nicht, in Frieden zu leben?

Und gerade dieses „Warum“ ist es, dass mich heute so fassungslos werden lässt, in Anbetracht all der Kriegsbilder, die einem schon am Morgen auf dem Fernsehschirm serviert werden. Mal wieder Israel, mal wieder Palästina ist man geneigt zu sagen. Bomben, Tote, Verletzte, verwackelte Bilder, die auch immer mehr auf öffentlichen Plattformen wie YouTube zu sehen sind.

Man wird sich daran wohl wirklich gewöhnen müssen, allein: warum soll ich mich daran gewöhnen? Allmählich glaube ich, dass ich total abstumpfe, fast schon zum Misanthropen mutiere. Ein Resultat, weil ich nichts mehr verstehe, vielleicht auch nichts mehr verstehen will. Hineingeboren in eine Welt, die das menschliche Leben regelmäßig missachtet und scheinbar hoffnungslos, aber dennoch sich daran delektierend, zuschaut.

Nein, ich verstehe es nicht, wenn Krieg geführt wird, dann das ist per se falsch. Egal, ob er nun der Verteidigung dienen soll oder nicht. Der (Kolateral-)Schaden beider Lager wird gleichwohl höher ausfallen – die Wunden vielleicht nie verheilen. Deshalb wird das Gefecht im Gaza-Streifen auch nicht das Letzte gewesen sein. Nicht dort und gleich gar nicht auf der Welt. Schöne Aussichten sehen irgendwie anders aus…

Ein Kommentar

  1. Oliver 19. Februar 2009

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