Läppische Zweihunderttausend

Immerhin gibt's beim DfB noch keine monetäre Leere zu beklagen - © SXC

Immerhin gibt's beim DfB noch keine monetäre Leere zu beklagen

Hurra, endlich ist es wieder soweit: Zahlen werden veröffentlicht. Ich meine, gut so, schließlich waren diese Zahlen überfällig. Banken bekommen Milliarden Kredite vom Steuerzahler, dessen angelegtes Geld leider jetzt in die Demission irgendeines Managers geht, jetzt halten auch noch die Autobauer die Hand, pardon, Hände auf. Erst mal befreit man Neufahrzeuge mit niedriger Abgasnorm zwei volle Jahre von der Steuer. Gibt’s nicht. Bittesehr, bei uns in Deutschland sehr wohl. Immerhin hängen da doch viele Arbeitsplätze dran. Warum dann aber nicht gleich auch anderen Branchen helfen?! Mir würde das auch gut tun, wenn ich jetzt zwei Jahre steuerfrei meine Geschichten verkaufen könnte, aber das ist ja alles Wunschdenken.

Ganz nobel zeigt sich indes die deutsche GM, hierzulande besser bekannt als Opel. Der Konzern hätte zwar gerne von der Regierung ein paar Bankbürgschaften, aber natürlich ist das kein Geld vom Steuerzahler. Aha, möchte der aufmerksame Leser anmerken. Wo kommt es denn dann her? Genaueres erfährt man nicht, außer, ja außer, dass man nur die Bürgschaft wolle, aber im Gegenzug bitte keine Verstaatlichung. Nicht mal teilweise. Beklagenswerten Lesern sei ein Kopfschüttler an dieser stelle gestattet.

Mindestens ein Jahr Rezession wird für 2009 vorausgesagt. Nur gut, dass es noch nicht für unsere Fußball Nationalelf gilt. Wie heute bekannt wurde, bekommen sie ganz leistungsbezogen – ach, wie modern – für die erfolgreiche Qualifikation zur WM in Südafrika 200 000 Euro. Und zwar jeder. Leistungsbezogen ist da höchstens, dass sie bei Nichtqualifizieren gar nichts bekommen. Hätten sie auch nicht verdient.
Jetzt fragt man sich aber als unbedarfter Fußballfan: 200 000 das ist eine Menge Holz, aber brauchen die das? Antwort: Nö, natürlich nicht. Aber: nett ist das ja schon vom DfB, dass er die Schatulle soweit aufmacht. Rezession steht ja vor der Tür und wahrscheinlich sind die Spielergehälter auch nicht mehr so üppig bemessen, dass es schon gut ist, wenn man den Fußballern ein bisschen was fürs Leben nach 35 zukommen lässt. Eine herrliche Debatte rund um Sozialneid wird da angezettelt, nur ist es keine Debatte. Weil sich nämlich keiner mehr daran stört, dass man für ein Fußballspiel im Nationaldress maximal 20 000 Euro verdienen kann. Sogar diejenigen, die auf der Bank sitzen. Chapeau! Ich meine, was würde der Fan mit 20 respektive 200 Tausend machen?!

  • 20 000 Euro = ca. 15 000 Stadionwürste (nicht in München, da ist sie teurer)
  • 20 000 Euro = ca. 6 666 Stadionbiere
  • 200 000 Euro = ca. 33 000 mal Lotto zu je vier Kästchen inklusive Spiel 77 und Super 6 spielen
  • 200 000 Euro = auf den Stadionfußball verzichten und 3704 Monate (ca. 308 Monate) Premiere im Vollpakt gucken

Man kann also viel anfangen mit 200 000 Euro. Auch der kleine Mann. Aber der bekommts, wen würde es auch wundern, gar nicht. Sozialneid kommt aber wirklich nicht auf. Wer würde schon gerne Tag für Tag an der frischen Luft Leibesertüchtigungen (von Felix M. mal abgesehen) über sich ergehen lassen und nebenher auch noch gut essen. Und dabei nicht ansetzen! Nein, das wäre wirklich nichts…

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