Die Wunderwaffe B.

Italienische Nachlässigkeiten wurden bestraft

Italienische Nachlässigkeiten wurden bestraft

Ausgerechnet der. Warum nicht Bayerns Bester, der Ribéry. Staunend reibt man sich die Augen über die jüngste Champions League Partie des FC Bayern München. Ein Sieg in Floren gegen die lila Mannschaft und man hätte die letzten beiden Spiele beruhigt angehen lassen, um zusätzlich Selbstvertrauen in der Königsklasse zu tanken. Im Hinterkopf die Gewissheit, das Achtelfinale schon erreicht zu haben. Jetzt sieht es zwar auch nicht so schlecht, aber es fehlt mindestens noch ein Punkt (was gegen Lyon und Bukarest aber schon machbar sein dürfte).

Nun ja, ich weiß nicht, warum Klinsmann nach dem Ausgleistreffer herumhüpft wie ein irrwitziges Känguru, dem man das Futter weggezogen hat. Ein Punkt ist besser als keiner, aber wie hat die Mannschaft mal wieder gespielt? Oder besser: wie hat sie nicht gespielt?! Dem fußballbegeisterten Zuschauer wird eine Magerkost geboten, die man fast nicht unterbieten kann. Die ersten 45 Minuten fand der FCB nicht statt. Schweinsteiger? Totalausfall. Van Bommel? Totalausfall. Podolski? Totalsausfall. Oddo? Totalausfall.Die Liste könnte man fast beliebig hinunterbeten; ausgenommen werden nur der französische Spitzbube Franck Ribéry und der stabile Michael Rensing. Aber kann man mit zwei Spielern und neun Rumpelfüßen ein Spiel gewinnen? Antwort: nein! Mit etwas Glück und zwanzig Minuten Druck reicht es dann aber immerhin für ein Remis.

Und dann ausgerechnet Borowski, für den am heutigen Abend die Kategorie „Totalausfall“ geradezu schmeichelhaft sein dürfte. Nach Pass von Ribéry und einem fiorentiner Bein, kann Borowski ganz ruhig und überlegt einschieben. Torwart Frey ist dabei ebenso chancenlos wie sein Gegenüber beim Führungstor in der neunten Minute durch Mutu. Das wirklich Besondere an diesem Abend ist nicht das Ergebnis (na ja, auch…), sondern die Gewissheit, dass die Bayern auf diese Weise in der Champions League nichts verloren haben. Man mag gar nicht denken, was passiert, wenn erst die wirklich guten, soliden, spielstarken Mannschaften im Achtelfinale warten. So dürfte der FCB nur ein schlechterer Sparringspartner sein.

Was allerdings wirklich arg verwundert, ist die Tatsache, dass Klinsmann seinen Mannen stolze 75 Minuten Zeit gibt, um ein wirres Spiel aufzuziehen, wo kein einziger Laufweg stimmt, ehe er mit Toni Kroos einen neuen Spieler bringt. Ottel kam dann noch für die wichtigen drei Minuten Nachspielzeit. Natürlich sitzt kein Stürmer mehr auf der Bank, aber wenn sich die gesamte Belegschaft nicht wehrt oder dazu nicht imstande zu sein scheint, dann hätte schon viel früher etwas am System geändert werden müssen. So zogen sich die Bayern mal wieder aus der Schlinge heraus. Und ja, es hätte sogar noch besser kommen können. Keine zwei Minuten nach Borowskis Ausgleichstor hatte Klose das 2:1 auf dem Fuß. Herrlich vorgelegt mit dem Kopf, dann aber etwas unkonzentriert über die Querlatte geballert. Ach ja, müßig zu sagen, dass auch Klose nicht den besten Tag erwischt hatte. Man kann nur hoffen, dass die klinsmann’schen Statements á la „wir sind auf einem guten Weg“, „viele positive Ansätze“ oder „den Kampf angenommen“ endlich der Vergangenheit angehören.

Ein Kommentar

  1. Komrai 7. November 2008

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