Der Regenmacher

Last Exit: Lyon

Last Exit: Lyon

Nicht nur die bayrische CSU bläst ein ziemlich frostiger Wind gegen die Front. Auch der Runderneuerer vom FC Bayern, Jürgen K., muss derzeit die ein oder andere steife Brise aushalten. Und das nicht zu Unrecht, wie ich – entgegen der Meinung des allgegenwärtigen Kaisers – ganz bescheiden anmerken möchte.

Komisch ist es ja schon. Die Bayern jubeln brav über ein grottenschlechtes 1:0 gegen Bukarest und reden sich alles schön. Dann kommt Werder in die Arena und brennt in nur 60 Minuten ein Feuerwerk ab, dass nicht ein Bayernspieler auch nur in Ansätzen folgen könnte. Da reiben sich nicht nur die Schicki-Micki-Fans verwundert die Augen, sondern ebenso der gemeine Fußballfan. Wobei, manche haben es ja kommen sehen, dass noch nichts wirklich rund läuft an der Säbener Straße.

Immerhin gegen den Club wurde ein souveränes 2:0 (zu Null!) ganz, ganz fein herausgespielt. Das reicht dieser Tage, um die Wogen zu glätten und von besseren Zeiten zu träumen. Wären da nicht die Hannoveraner gewesen, die sich als weitere Spielverderber entpuppten. Dabei waren sie gar keine Verderber, sondern die „Roten“ wollten gar keinen Fußball spielen. Nicht mal die täglich besser werdenden Bayern konnten physisch oder psychisch dagagenhalten. Toll, wie sich der van Bommer wieder „freigespielt“ hat… Man kann sagen was man will, aber der Bayern-Kapitän ist doch arg ins Hintertreffen geraten. Und das ganz selbst verschuldet. Andreas Ottl sitzt ihm als Gespenst im Genick und müsste – so das viel zitierte Leistungsprinzip auch in der klinsmänn’schen Bayernäre Gültigkeit besäße – klar den Vorzug vor dem lahmenden Holländer bekommen. Aber das will J.K. nicht hören, oder nicht wahrhaben. Stattdessen vertraute er gegen Enke & Co. auf Personal, dass im Bayerntrikot leider noch nie überzeugen konnte. Sosa und Breno können was, das steht wirklich ohne Zweifel. Gezeigt haben sie es indes in Deutschland bis dato noch nicht. Spielpraxis bekommt man nur durch Spiele, aber vielleicht sollten die beiden sich erst einmal in der Regionalliga beweisen.

Interessant wird es aber doch am Dienstag gegen Lyon werden. Sollten die Bayern mit angezogener Handbremse (oder mit vollen Hosen) antreten, dann wird der arme Michael Rensing wieder fünf Mal hinter sich greifen müssen. Und zu 99 Prozent sind das nicht seine Fehler, für die ihn dann die anderen wieder anbrüllen. Unsicherheit an allen Ecken und Enden. Als alter Torwartveteran wünsche ich Rensing nichts sehnlicher, als dass er einmal einen Unhaltbaren hält. Dann hätte er zwar erst mal Ruhe, aber verloren hätten sie wahrscheinlich trotzdem. Wir werden uns überraschen lassen müssen.