Archiveinträge für Torwart-Check

Torhütender Sympathieträger Nummer eins


Robert Enke als sympathischster Torhüter in der Bundesliga

Fassungslosigkeit, Unverständnis, unendliche Trauer. Das sind die Gefühlsausdrücke, die man derzeit in der Presse zum Tod von Robert Enke lesen kann. Und jedes einzelne trifft auf mich zu.

Nach außen hin machte der Ehemann und Vater einen stets besonnen und gefassten Eindruck. Offenbar täuschte der Eindruck. Wie sonst ließe sich ein Selbstmord erklären? Lässt er sich überhaupt erklären oder muss man es überhaupt erklären, wenn ein Mensch sich das Leben nimmt?

Viele Höhen und Tiefen gab es in seiner Fußballerkarriere. Ausbildung bei Carl Zeiss Jena, dann Gladbach, wo er zu einem jugendlichen Stammtorwart reifte. Es war klar, dass er es nur eine Frage der Zeit ist, bis dieser Torhüter auch für Deutschland zwischen den Pfosten stehen würde. Ein erster Knick kommt in Benfica, anschließend das große Barcelona, wo er überhaupt nicht in Tritt kam. Gleiches gilt für das von Christoph Daum gecoachte Fenerbace Istambul. Erst in Hannover wird Enke wieder glücklich – sportlich gesehen.

Robert Enke | uefa.com

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Torwarthimmel & Torwarthölle…

… oder: was die Medien mit Torhütern derzeit machen.

Nachdem die letzten beiden Wochen der arme Sascha Burchert die Schattenseiten medialer Aufmerksamkeit erfahren musste, wurde gleichzeitig ein weiterer junger Torhüter in den Olymp gehimmelt. Die Rede ist, wie könnte es anders sein, von der angeblich neuen deutschen Nummer eins zwischen den Pfosten: René Adler. Nein, ich will die beiden nicht miteinander vergleichen, die Mechanismen greifen bei beiden auf ganz unterschiedliche Weise.

Sascha Burchert, 19 Jahre jung und durch die Verletzung von Stammtorhüter Drobny in den Kader der Berliner Hertha gerutscht. Eigentlich ein Debüt, wie man es sich nicht schöner vorstellen kann. Da kommt ein junger Mann in eine abstiegsbedrohte Elf und kann eigentlich nichts falsch machen, weil es ohnehin nicht rund läuft. Das Problem ist nur, dass seine Vorderleute derart verunsichert sind und sie ihm überhaupt keine Hilfe gewährten. Auf gut Deutsch: Burchert war die ärmste Sau auf dem ganzen Spielfeld. Und das, obwohl er keine schlechte Leistung bot, auch wenn Bild & Co. ihm das einreden wollten. Bei den zwei fast identischen Gegentoren binnen weniger Sekunden hat er alles richtig gemacht. Mitgespielt, Kopf und Kragen riskiert, wurde aber nicht belohnt. Man stelle sich mal vor, wenn das Lehmann passiert wäre. Der zur Selbstüberschätzung neigende Schlussmann vom VfB hätte sicherlich nach Spielschluss in die Kamera gelächelt und seine Mitspieler zusammengefaltet. Und diesmal, Arroganz hin oder her, zu Recht. Burchert hingegen kann man mit 19 Jahren diesbezüglich noch keinen Vorwurf machen, sehr wohl aber den Mitspielern, die ihn aus der Schusslinie hätten nehmen müssen.

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Bye bye Michael – das war’s wohl

Erste Auflösungserscheinungen im Torhüter-Sympathie-Check

Rensing, Butt, dann doch wieder Rensing und jetzt wieder Butt? So ganz will man es nicht verstehen, was beim bayrischen Rekordmeister auf einer der wichtigsten Spielpositionen in den letzten Wochen und Monaten vor sich ging. Mit viel Vorschusslorbeeren ausgestattet haben sie dem jungen Michael Rensing die Nachfolge von Oliver Kahn zugetraut. Bitte beachten, darunter waren so illustre Herren wie Hoeneß, Gerland und Sepp Maier. Dem jungen Mann fehlte es also zunächst nicht an Rückhalt, leider aber an einem sicheren Torwartspiel. Natürlich ist es nicht einfach, nach Olli Kahn das Bayerntor zu hüten, aber man hätte Rensing schon deutlicher aus der Schusslinie nehmen können und gut daran getan, nicht den kleinsten Fehler den die Medien hochgebauscht haben, brav immer weiter zu kochen. Jetzt ist eines der größten Talente zumindest beim FC Bayern verbrannt worden.

Bye, bye Michael!

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Tim Wiese im Torhüter-Sympathie-Check

Ach, der Timmi Wiese. Ich konnte ihn wirklich gut leiden, als er als junger Torwart im Kasten vom 1. FCK erstmals so richtig ins Rampenlicht rückte. Draufgänger, gute Reaktionen und nahm kein Blatt vorm Mund. Für mich war er damals schon ein Mann fürs Nationaltor. Aber da ich augenscheinlich damals nicht als einziger diese exklusive Meinung vertrat, stieg ihm das scheinbar derart zu Kopf, dass er sein Image immer weiter in Richtung Arroganz schob. Dabei konnte er zunächst die Leistung noch ganz gut halten, hielt ein paar Unhaltbare, aber wirkte auch ein bisschen halodrimäßig und überzogen im Tor. Da kackte er mal Miroslav Klose an und tat ihm schließlich trotzdem den Wechsel zu Werder Bremen gleich (damals kackte Miro Klose auch zurück). Ich glaube, er wurde in Bremen am Anfang auch nicht wirklich mit offenen Armen empfangen und recht skeptisch beäugt.

Gegelter Tim Wiese

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