Die WM der Trötenwanderung
Es sei südafrikanische Kultur, sagt Fifa-Chef Sepp Blatter. Und deshalb dürfe man es auch nicht verbieten. Das gemeine Volk könnte sonst unnötig bevormundet werden. Schließlich ist es doch die erste Weltmeisterschaft im Fußball auf afrikanischem Boden und ein Verbot käme einer Bevormundung gleich. Die Rede ist, wer hätte es gedacht, von den Vuvuzelas, jenen Tröten, die immer fort mit lautem “Ööööööö” erklingen, als hätte irgendwer im Stadion in 34 Wespennester gleichzeitig gestochen.
Doch so vehement sich die Medien im Vorfeld der WM auf die bunten Tröten gestürzt hatten, so sehr stehen sie jetzt bei allen Beteiligten in der Kritik. Die Spieler (jammern, dass sie sich untereinander nicht absprechen können), die Trainer (ihre taktischen Anweisungen bleiben ungehört), die Medien (Interviews werden nach dem Spiel abgebrochen, weil niemand die Frage oder Antwort versteht) und auch noch die Zuschauer daheim vor den TV-Geräten (haben ARD und ZDF eine Tonstörung?), die, gänzlich enerviert, entweder den Ton oder die Glotze gleich ganz ausschalten.
