Die Luft ist raus und doch wieder drin
Erst neulich beglückwünschte mich mein Nachbar, weil ich selbst bei widrigstem Winter-Schmuddel-Wetter brav in die Pedale trete. Allerdings mache ich das ja nicht aus bloßer Überzeugung und Ertüchtigung meines Körpers, sondern ich bin da ganz pragmatisch: um von A nach B in der Stadt zu kommen, kann man entweder mit dem Taxi fahren (sehr teuer), die Öffentlichen nehmen (teuer) oder, wie in meinem Falle, einfach das Fahrrad nehmen (weniger teuer). Zu Fuß gehen (umsonst) wäre auch eine Möglichkeit, die fällt aber spätestens dann aus, wenn man chronisch zu spät von zu Hause losgeht und nie so wirklich voraussagen kann, wann man denn wo ankommen wird.
Am Morgen hat Fahrradfahren ungeahnte Vorteile. Der kühle Wind pustet die letzten Sandkörner aus den Augenwinkeln – bei kalten Wetter sind es dann die Tränen, vorausgesetzt man fährt nicht mit der Ski-Brille zur Arbeit – und man ist anschließend wirklich aufnahmefähig. Außerdem ist man in etwa so schnell wie der Berufsverkehr, so dass die Alternative eigenes Auto ebenfalls keine wirkliche Option ist. All die guten Vorsätze werden spätestens dann obsolet, wenn man die Felge auf dem Asphalt klackern hört und auch die letzte Luft aus dem Pneu entwichen ist. Wohl dem, der ein Selbstkontrollfreak ist und dem in dieser Situation keine Schimpftiraden über die Lippen kommen. Schöne Sch…

