Archiveinträge für Kultur

Die Kondomisierung der Welt

Oder: Danke Apple, Teil II

Toll, Steve Jobs’ Firma hat es jetzt tatsächlich geschafft und wurde – zumindest zwischenzeitlich – wertvollstes Unternehmen der Welt. Doch wie konnte es dazu eigentlich kommen? Apple verbaute Computer mit eigenem Betriebssystem und darauf abgestimmter Hardware. Alles aus einer Hand. Das war und ist praktisch und irgendwie der Grundstein für den Erfolg gewesen. Aber der Rechnerverkauf ist längst nicht mehr die tragende Säule im Unternehmen. Plötzlich kam der iPod, dann das iPhone und auch das iPad kaufen die Fan-Boys brav ein. Zu nicht ganz günstigen Preisen, versteht sich. Es soll sich schließlich für beide Seite rentieren. Das Unternehmen steigert brav und stetig den Gewinn und der potente Käufer erlangt ein hübsch designtes Technik-Gadget, das er, so er es nicht weiter benutzen möchte, sogar in die Vitrine legen könnte.

iPhone-Kondom | ©Flickr / Micky.!

Und das ist genau der Knackpunkt: Weil Apple seine Produkte so hochpreisig vertreibt, verkommt der Gebrauchsgegenstand – und nichts anderes sind Computer, mobile Festplatten, Telefone & Co. – längst zum hippen Accessoire, das es zu schützen gilt. Weiterlesen…

Der weiße Knopf im Ohr

Oder: Danke Apple, Part I

Fast zehn Jahre ist es her, da brachte der Computerhersteller mit dem angebissenen Apfellogo den Sound wieder auf die Ohren. iPod hieß das kleine Gerät – und heißt es noch immer – und wurde ein derartiger Verkaufsschlager, der dem Apple-Konzern einen ungeahnten wirtschaftlichen Höhenflug bescherte, der bis heute anhält. Zwanzig Jahre nach der Einführung von Sonys Walkman wollten die Menschen jetzt urplötzlich auch unterwegs nicht mehr auf ihre Lieblingsmusik verzichten. Schnell wurde das kleine weiße Ding mit dem beweglichen Scrollrad trotz seines hohen Preises zu einem Must-Have für die Musikliebhaber digitaler Musik. Außerdem gelang es Apple mit dem kleinen weißen Musikspieler erneut ein Gefühl von “Habenwollen” bei den Hipstern dieser Welt zu erzeugen. Anfangs noch zaghaft, mittlerweile sind die iPods aber derart omnipräsent, dass sie aus dem individuellen musikalischen Leben nicht mehr wegzudenken sind.

Weiße Applekopfhörer: Klanglich unterdurchschnittlich, dennoch omnipräsent. © Flickr/Khairil Zhafri

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Das große Flattern

oder: wie ein Mikropayment-Dienst die Blogosphäre retten will.

Flattr ist auf einmal nicht nur in aller Munde, sondern verziert seit etwa einem Monat auch die Seiten einschlägiger Blogs und Informationsportale. Zusätzlich zu unsäglichen “I Ilke”-, Twitter-, Google-, Delicious- oder Myspace-Buttons. Hintergrund: Die Leser können mit einem kleinen Geldbetrag die Arbeit des Bloggers ganz unmittelbar honorieren.

Flatter rettet (oder überschwemmt) die Blogosphäre | ©flattr.com

Das Procedere ist denkbar einfach: man erstellt einen Account, lädt Guthaben drauf, bestimmt, welchen Betrag man monatlich “verflattern” will und kann fortan Artikel honorieren, die einem gefallen. Der monatliche Flattr-Betrag wird dabei durch die für gut befundenen Artikel geteilt, so dass “Wenig-Flatterer” theoretisch einen höheren Betrag als Viel-Flatterer pro Klick den Seitenbetreibern oder dem Autor zuschustern.

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3 nach 9 und die Wechselbörse

Ach, diese verflixten Freitagabende. Die Woche war hart, man will eigentlich noch ein Bierchen trinken, das zerschlägt sich jedoch aus diversen Gründen, worauf man die GEZ-geförderten Sender einschaltet, um ein wenig Bildungsfernsehen zu gucken. “Unterhaltung zum Mitdenken” kommt da gerade recht. So lautet zumindest der Untertitel von 3 nach 9, jener Talkshow aus Bremen, die nach dem Weggang von Amelie Fried und dem Kurzintermezzo der deplaziert wirkenden Charlotte Roche, bei der weiblichen Moderatorenrolle ein Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel initiierte, um die adäquate Partnerin für Giovanni di Lorenzo zu finden.

(Un)Lustiger Frauentausch bei 3 nach 9 | ©radiobremen

Irgendwie kristalliert sich jedoch heraus: entweder gibt es keine passende Partnerin oder die bisherige Auswahl wurde einfach nicht mit bedacht getroffen. Annette Dasch moderierte wie ein kleines Kind, Sandra Maischberger war wie immer und jüngst durfte sich die ehemalige “Ehrensenf”-Moderatorin Katrin Bauerfeind an der di Lorenzos Seite versuchen. Irgendwie lahmt dieses Vorhaben aber schon bei der gegenseitigen Vorstellungsrunde. Warum di Lorenzo unbedingt eine Hunziger-Parodie von Bauerfeind haben wollte, weiß niemand so genau. Jedoch auch nicht, warum Bauerfeind sich derart zierte. Wahrscheinlich war sie einfach nur aufgeregt.

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Studentenköppe gehen auf die Straße

Endlich gibt’s mal wieder Studentenproteste. Hat ja lange genug gedauert, dass sich die kommende Elite Deutschlands auf die Straße wagt. Sie sind gegen Bachelor, gegen ein verschultes System, das in der Praxis auch noch wenig flexibel ist, gegen Studiengebühren, gegen arme Eltern, gegen Bevormundung und gegen die ständigen Einschränkungen, die das starre Punktesystem mit sich bring. Natürlich dürfen da Berichterstattungen in den Zeitungen nicht fehlen. Klar, dass auch die taz darüber schreibt und eine Studentin zu Wort kommen lässt, die ihr Leid über das Bachelor-System klagt. Einiges sicherlich mit Recht, anderes habe ich jedoch ganz anders in Erinnerung und wundere mich, dass sich die Studis so beschweren.

Die Bibliothek, das fremde Wesen | ©SXC

Ein kleiner erweiterter Erfahrungsbericht, quasi als Gegenentwurf, aus der Elitekaderschmiede Heinrich-Heine-Universität zu Düsseldorf

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